Praxis für Naturheilverfahren und Ganzheitliche Psychologie

Thorsten Willem van Bokhoven


Rheuma – und was dagegen hilft


Der rheumatische Formenkreis umfasst Krankheiten von Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskulatur, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Diese Krankheiten betreffen keinesfalls wie oft angenommen nur ältere Menschen, sondern können auch in mittleren und jungen Jahren auftreten. Bei den meisten rheumatischen Erkrankungen ist nachgewiesen, daß es zu einer Überreaktion des Immunsystems kommt und dieses körpereigene Gewebe und Strukturen angreift, was zu deren Entzündung und Abbau führt.


Meine ersten Erfahrungen mit Rheuma machte ich, als meine Mutter Anfang der 90er an Primär Chronischer Polyarthritis erkrankte. Die Krankheit schritt rasch fort und wurde schulmedizinisch mit Cortison und Schmerzmittel behandelt. Dies konnte zwar die Zerstörung der Gelenke etwas bremsen, führte aber auch bald zu den typischen Nebenwirkungen. Speziell die sich entwickelnde Pergamenthaut, die bei minimalsten Verletzungen einreißt und blutet, war erschreckend anzusehen. Da dies keine Lebensperspektive war, entschloss sie sich zu einer Behandlung bei einem mit Stoffwechsel und Immunsystem erfahrenen Heilpraktiker, wodurch das Fortschreiten der Krankheit komplett gestoppt wurde. Bereits vorhandene Deformationen blieben logischerweise bestehen, durch das vollständige Abklingen der Entzündungen wurde dennoch die Beweglichkeit großteils wieder hergestellt. Das überschiessende Immunsystem zu unterdrücken, sei es mit Cortison oder neuerdings durch Biologicals mag auf den ersten Blick logisch erscheinen und im akuten Schub auch durchaus hilfreich sein, eine Heilung ist es jedoch nicht. Auf Dauer kommen nicht nur massive Nebenwirkungen zur Grunderkrankung hinzu, auch die Fähigkeit zur Selbsthilfe und Eigenregulation unseres Körpers geht dabei mehr und mehr verloren. Aus ganzheitlich-naturheilkundlicher Sicht sollte eine Therapie die Selbstheilungskräfte aktivieren und stärken und dem Körper-Geist-Energie-System Mensch die Möglichkeit zur Selbstheilung zurückgeben. Dies kann durch verschiedene Maßnahmen erfolgen:

Ausleitung
Der heutige Mensch ist einer Vielzahl von Giftstoffen ausgesetzt, die es vor hundert Jahren noch gar nicht gegeben hat und nimmt durch raffinierte, konservierte und überzuckerte Nahrung ein großes Maß an Säurebildnern auf. Die hochkomplexen Vorgänge in unseren Zellen, in Stoffwechsel und Immunsystem funktionieren jedoch nur innerhalb einer sehr kleinen Bandbreite des ph-Werts optimal und können durch die unterschiedlichsten Schadstoffe gestört werden. Deshalb sind es Grundpfeiler jeder ursächlichen Therapie, daß einerseits die Ausscheidungsorgane unterstützt und angeregt werden und andererseits der Übersäuerung entgegengewirkt wird. Dies kann durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen, wie der Einnahme von pflanzlichen und mineralischen Präparaten, Injektionen und auch Anwendungen wie z.B. Basenbädern, erreicht werden.

Symbioselenkung/Darmsanierung
Der Körper eines erwachsenen Menschen besteht aus etwa 100 Billionen Zellen. Die Anzahl der auf und in uns lebenden Mikroorganismen ist jedoch mehr als zehn mal so hoch! All diese Organismen haben einen eigenen Stoffwechsel mit dem sie wiederum unseren Stoffwechsel und unser inneres Millieu beeinflussen. Vor allem die Besiedlung unseres Darmes (in dem sich fast 80% unseres Immunsystems befinden) ist bedeutsam; die richtige oder falsche Besiedlung kann großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

Blutegelbehandlung
Bereits im alten Ägypten wurde die heilsame Wirkung des Blutegels hoch geschätzt. Während diese zu früheren Zeiten vor allem auf den mit der Behandlung verbundenen Aderlass zurückgeführt wurde, hat die moderne Medizin heute diverse vom Egel abgegebene Wirkstoffe identifiziert, die auch in verschiedenen schulmedizinischen Medikamenten zum Einsatz kommen. Die Kombination an Wirkstoffen der „biologischen Apotheke“ Egel ist jedoch einzigartig. Die Liste der erfolgreich mit Blutegeln behandelten Leiden ist lang und reicht von Tinnitus bis Krampfadern. Vor allem aber bei akuten und chronischen Schmerzen der Gelenke ist der Blutegel ein fantastischer Helfer. Meist reicht eine einzige Behandlung für eine deutliche Schmerzminderung, die oft Monate anhält – und das ohne Nebenwirkungen! Eine Behandlung dauert etwa ein bis zwei Stunden. Der Egel wird an der zu behandelnden Stelle angesetzt, saugt sich fest und sägt sich vorsichtig in die Haut ein. Dies wird meist als kitzeln oder ziehendes Gefühl empfunden und ist wie das anschliessende saugen schmerzfrei. Wenn der Egel satt ist, fällt er von alleine ab und die kleine Bisswunde blutet noch etwa 12 – 24 Stunden leicht nach (Verband erforderlich). Der schmerzstillende Effekt tritt meist direkt nach der Behandlung ein. Selbstverständlich werden Egel heute nicht mehr selbst im Teich gesammelt, sondern stammen aus kontrollierter Zucht. Sie sind als Fertigarzneimittel eingestuft und unterliegen den gleichen Anforderungen wie alle zulassungspflichtigen Arzneimittel.

Hypnose
Die Realität der therapeutischen Hypnose hat nur wenig mit dem durch Hollywoodfilme und Fernsehshows verbreiteten Bild zu tun. Dennoch kann eine hypnotherapeutische Behandlung bei Rheuma sehr hilfreich sein. Einerseits ermöglicht Hypnose eine effiziente Schmerzbehandlung. Diese ist auch oft dann noch wirksam, wenn selbst schwerste Schmerzmittel nicht mehr greifen. Noch wertvoller ist aber die Möglichkeit mit Hypnose unbewußten Krankheitsursachen auf die Spur zu kommen und die inneren Heilkräfte zu aktivieren. Denn auch wenn Rheuma keine psychische Erkrankung ist, hat sie wie alle chronischen Krankheiten eine deutliche psychische Komponente (Stichwort: Psychoneuroimmunologie). Die tiefe Entspannung von Körper und Geist die in Hypnose möglich wird, ist nicht nur überaus wohltuend, sondern kann auch direkt heilsam wirken. Heute weiß man z.B., daß bei an rheumatoider Arthritis erkrankten Menschen die Muskeln um die erkrankten Gelenke eine deutlich höhere Spannung aufweisen als anderswo. Entspannung reduziert nicht nur den Schmerz, sondern führt auch direkt zu einer besseren Ver- und Entsorgung des betroffenen Gebietes durch Blut und Lymphe.

Neuraltherapie
In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von den Brüdern Huneke die Möglichkeit wiederentdeckt, Lokalanästhetika nicht nur zur Schmerztherapie sondern auch zur Heilung einzusetzen. Die therapeutische Wirkung beruht auf zwei Mechanismen: Dem sog. kuti-viszeralen Reflexweg: Unserem Rückenmark entspringen beidseitig 31 Paare von Nervenwurzeln, die jeweils bestimmte Gebiete unseres Körpers, sogenannte Segmente, versorgen. Hierbei nutzt die Neuraltherapie die Tatsache, daß Haut, Organe, Muskeln, Nerven und Gefäße eines Segments als Einheit reagieren und so durch eine kleine Injektion Einfluss auf das gesamte Segment und den gigantischen Informationsfluss in unserem Körper genommen werden kann. Der Beseitigung von Störfeldern: Gesunde Zellen haben an ihrer Membran eine elektrische Spannung von 40 – 90 Millivolt. Je höher diese Spannung, desto größer muß ein Reiz sein, damit die Zelle reagiert und Erregungsimpulse aussendet. Bei einer kranken Zelle ist diese Spannung niedriger und es genügt schon ein wesentlich kleinerer Reiz – mit der Folge - daß es zu Störimpulsen und Problemen im Informationsfluss unseres Organismus kommt. Durch die Injektion von Procain oder ähnlichen Substanzen in ein betroffenes Gebiet werden die Zellen dort „hyperpolarisiert“, d.h. Ihre Spannung auf deutlich über 90 mV angehoben. Gleichzeitig wird der Zellstoffwechsel massiv gesteigert und die Zellen befreien sich von Giften und Schlacken. Passiert dies in ausreichendem Maße, stabilisiert sich die Zelle auf einem normalen Spannungsniveau und arbeitet wieder harmonisch im Gesamtsystem Mensch mit. Gerade bei Muskelrheuma hat sich Neuraltherapie in Verbindung mit Mitteln welche die Mikrozirkulation (den Blutfluss in kleinen und kleinsten Gefäßen) verbessern, bewährt.

Abschliessend kann gesagt werden, daß komplementärmedizinische Methoden weit über Motivation zur Bewegung, Ernährungsberatung und der Verordnung von Weihrauch und Teufelskralle hinausgehen und eine wirklich ursächliche Behandlung ermöglichen.

Wenn Sie wissen möchten, welche Methoden für Sie hilfreich sein können und wie Sie ihr Rheuma in den Griff bekommen, kontaktieren Sie mich.